29. November 2017

[Rezension] Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken - John Green


Titel: Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken
Autor: John Green
Seitenzahl: 288
Verlag: Hanser
Originaltitel: Turtles all the way down
Übersetzer: Sophie Zeitz


Eine Protagonistin mit Zwangsstörung, ein Milliardärssohn ohne Eltern, eine Fan-Fiction-liebende Freundin und ein seltsames Reptil aus der Urzeit, dass sind grob die Bausteine aus denen John Greens neues Buch gemacht sind. Und dabei kommen Star Wars-Fans auf keinen Fall zu kurz, was mich natürlich sehr freut.




Aza ist sehr speziell, sie hat Zwangsstörungen, und das weiß sie auch. Und obwohl sie weiß, dass sie krank ist, kann sie nicht aufhören mit ihren Zwangshandlungen. Dabei ihren Gedanken zu folgen ist beängstigend, erschreckend, aber auch aufklärend. John Green ist ja bekannt dafür, dass er Charakter erschafft, die kaputt sind. Und ich finde mit Aza hat er jemanden geschaffen, der im Gegensatz zu den bisher mir bekannten Protagonisten, auch wenig Sympathie mitbringt und entwickelt. Ich konnte bei ihr im Verlauf der Handlung kaum Verbesserungen oder Fortschritte erkennen, viel mehr hat „Schlaf gut, ihr fiesen Gedanken“ mir gezeigt wie schlimm die Gedanken einer Person mit Zwangsstörungen sind.

Natürlich streift man im Verlauf des Buchlebens über dieses Thema, dennoch finde ich, dass John Green es wunderbar umgesetzt hat. Man hatte als Leser fast schon selber das Gefühl, dass Buch anschreien zu wollen, damit Aza endlich aufhört immer wieder die selben Gedanken und Handlungen zu vollziehen. Und gerade, weil es nicht möglich ist, für Aza, weil ihre Gedanken es nicht zu lassen, und für uns als Leser nicht, weil das Wörter nun mal schon gedruckt sind, war die Situation umso beklemmender.

Neben Aza spielt Daisy, ihre beste Freundin eine wichtige Rolle im Buch, denn sie ist es, die für uns einen ganz speziellen Blickwinkel einnimmt. Zum einem ist sie vertraut mit Azas Krankheit, zum anderem ist sie aber „normal“, oder zumindest nicht krank, weshalb wir als Leser, die ja nur Azas Sicht kennen, durch Daisy auch Rückschlüsse auf das Erleben des Umfeldes erfahren. Denn tatsächlich habe ich im Buch ganz oft für Aza Partei ergriffen, denn ich konnte ihr Gedanken nachvollziehen und nachlesen, Daisy hingegen hält uns als Leser und Aza als Protagonistin den Spiegel vor, weshalb sie entscheidend ist für das Verständnis von Azas Krankheit.

Natürlich gibt es auch ein Abenteuer zu bestreiten, was für meinen Geschmack etwas zu kurz gekommen ist, denn Aza und Daisy wollen einen Fall aufklären. Es geht dabei um einen verschwundenen Milliardär, der zufällig der Vater von Davis ist, einem alten Bekannten von Aza. Und so entwickelt sich eine Freundschaft der besonderen Art, über die ich aber noch nicht zu viel verraten möchte. Das Ende hat mich dennoch nicht ganz zufrieden gestellt, natürlich muss und soll es auch nicht immer ein Happy End geben, doch ich hätte mir mehr erhofft. Mehr Entwicklung von Aza, mehr Liebe und etwas mehr Happy End.


Fazit:
John Greens neustes Werk „Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken“ ist in Sachen Plot und Protagonisten wirklich gelungen. Aza ist nicht unbedingt eine Protagonistin die man lieben haben muss, die man aber verstehen will, und die genau deshalb nicht immer sympathisch sein muss. Am Ende haben mir persönlich aber ein paar Entwicklungen und positive Aussichten gefehlt, manchmal reicht auch ein kleines Happy End.

   
Vielen Dank an den Hanser-Verlag für das Zusenden des Rezensionsexemplares!

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